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Wer wenn nicht wir

Wer wenn nicht wir ist ein Spielfilm von Andres Veiel, der vor allem als Dokumentarfilmer von Black Box BRD und Der Kick bekannt geworden ist. Der Berlinale-Wettbewerbsfilm Wer wenn nicht wir zeigt die Befindlichkeiten in Deutschland vor dem Wendejahr 1968 auf und rüttelt an den üblichen Erklärungsthesen für die Entwicklungen in den Folgejahren. Veiels Spielfilm-Debüt erzählt eine politische Liebesgeschichte, die im Terror endet. Als Vorlage für das Drehbuch diente Gerd Koenens Studie Vesper, Ensslin, Baader – Urszenen des deutschen Terrorismus. Zu den einzelnen Figuren des Filmes hat Veiel auch selbst über Jahre hinweg recherchiert und Material gesammelt.

Filmdaten
Deutscher Titel Wer wenn nicht wir
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 125 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Andres Veiel
Drehbuch Andres Veiel
Produktion Thomas Kufus
Musik Annette Focks
Kamera Judith Kaufmann
Schnitt Hansjörg Weißbrich
Besetzung
  • August Diehl: Bernward Vesper
  • Lena Lauzemis: Gudrun Ensslin
  • Alexander Fehling: Andreas Baader
  • Thomas Thieme: Will Vesper
  • Imogen Kogge: Rose Vesper
  • Michael Wittenborn: Helmut Ensslin
  • Susanne Lothar: Ilse Ensslin
  • Maria-Victoria Dragus: Ruth Ensslin
  • Rainer Bock: Verteidiger
  • Susanne-Marie Wrage: Anstaltsleiterin
  • Benjamin Sadler: Walter Jens
  • Stefanie Stremler: Ulrike
  • Peter Benedict: Verleger
  • Heike Hanold-Lynch: Mentorin
  • Kathrin Wehlisch: Ello
  • Hasko Weber: Schriftsteller
  • Eddie Jordan: Stokely Carmichael
  • Johannes Allmayer: junger Verleger
  • Andreas Döhler: junger Verleger
  • Bettina Redlich: Vermieterin
  • Hanno Koffler: Uli Ensslin
  • Henriette Nagel: Johanna Ensslin


Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die ersten Bilder zeigen Tübingen im Jahr 1961. Auch wenn in Deutschland Aufbruchstimmung herrscht, so ist alles noch ruhig und beschaulich. Der junge Bernward Vesper hackt wütende und gesellschaftskritische Sätze in seine Schreibmaschine. Er, der Sohn des hitlertreuen Dichters Will Vesper, begehrt auf und will etwas bewegen. Die Begegnung mit Gudrun Ensslin mündet in eine intensive Liebesgeschichte, die jedoch nicht von Dauer ist. Gudrun ist die Tochter des Pastors Helmut Ensslin, der unter den Nazis einerseits Anhänger der oppositionellen Bekennenden Kirche war und gleichzeitig auch als Soldat in Hitlers Wehrmacht eintrat – um die Familie zu schützen. Die anfangs bedingungslose und maßlose Liebe zwischen Gudrun und Bernward wird immer komplizierter und zerbricht, als sich Bernward in Drogentrips verliert und Gudrun im bewaffneten RAF-Untergrund verschwindet. Andreas Baader spielt in diesem Geschehen nur eine Nebenrolle. Er ist jedoch konsequenter und radikaler als Bernward. Bernward, Gudrun und Andreas können die Fliehkräfte einer Geschichte, von der sie erfasst werden, nicht mehr kontrollieren.

Kritik

,,August Diehl [...] spielt sich die Seele aus dem Leib. Fehling [...] ist ein großartig rotziger, halbschwuler Baader. Doch die Entdeckung ist Lena Lauzemis. Eckig, intensiv, ein tolles Gesicht, das man sich merken muss.”

- B.Z.

,,Ein kraftvoll erzähltes Zeitdrama, das in den Geist, die Gesten, das Gerede jener stürmischen Jahre eintaucht, aber letztlich immer eher psychologisch als politisch ist. Also spannendes Menschenkino bleibt und nicht zum Thesenfilm verkümmert.”

- Leipziger Volkszeitung

,,Andres Veiel hat den besseren Baader Meinhof Komplex gedreht. Sein Film Wer wenn nicht wir ist trotzdem nicht mehr als eine filmische Biografie.”

- Die Zeit

,,Star des Tages: Lena Lauzemis, die mit ihrem Spiel den Weg der sich selbst bestrafenden Pastorentochter Gudrun Ensslin zur weltbestrafenden RAF-Terroristin glaubhaft nachvollziehbar macht.”

- SPIEGEL ONLINE

,,Eie Vorgeschichte zum deutschen Terrorismus, wie sie sie in derart biografischer Eindringlichkeit noch nicht erzählt wurde und noch dazu ein spannendes Lehrstück zur Identitätssuche junger Deutscher nach dem Krieg.”

- Süddeutsche Zeitung

Auszeichnungen

Der Film gewann auf der Berlinale 2011 den Alfred-Bauer-Preis und den Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater. Im selben Jahr folgten fünf Nominierungen für den Deutschen Filmpreis (Bester Film, Bester Hauptdarsteller – August Diehl, Beste Hauptdarstellerin – Lena Lauzemis, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild).

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