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Almanya – Willkommen in Deutschland

Almanya – Willkommen in Deutschland ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2011. Das Kinodebüt der Schwestern Yasemin und Nesrin ?amdereli wurde ins Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2011 eingeladen, wo es außer Konkurrenz lief. Der Kinostart war am 10. März 2011, wobei neben der deutschen auch eine türkische Version des Films erschien. Die Tragikomödie thematisiert die Frage der Heimat und Identität türkischer Gastarbeiter in Deutschland über mehrere Generationen hinweg.

Filmdaten
Originaltitel Almanya – Willkommen in Deutschland
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Yasemin ?amdereli
Drehbuch Nesrin ?amdereli
Yasemin ?amdereli
Produktion Annie Brunner
Andreas Richter
Ursula Woerner
für Roxy-Film
Musik Gerd Baumann
Kamera Ngo The Chau
Schnitt Andrea Mertens
Besetzung
  • Vedat Erincin: Hüseyin, alt
  • Fahri Ogün Yard?m: Hüseyin, jung
  • Lilay Huser: Fatma, alt
  • Demet Gül: Fatma, jung
  • Rafael Koussouris: Cenk
  • Aylin Tezel: Canan
  • Denis Moschitto: Ali
  • Petra Schmidt-Schaller: Gabi
  • Aykut Kayac?k: Veli, alt
  • Aycan Vardar: Veli, jung
  • Ercan Karacayl?: Muhamed, alt
  • Kaan Aydogdu: Muhamed, jung
  • ?iir Elo?lu: Leyla, alt
  • Aliya Artuc: Leyla, jung
  • Arnd Schimkat: Polizist
  • Antoine Monot, Jr.: Nachbar
  • Axel Milberg: deutscher Beamter
  • Oliver Nägele: Politiker
  • Jule Ronstedt: Lehrerin
  • Tim Seyfi: Gemüsehändler
  • Walter Sittler: Mann im Krämerladen
  • Aglaia Szyszkowitz: Ärztin
  • Katharina Thalbach: Frau im Bus
  • Saskia Vester: Nachbarin


Inhaltsverzeichnis

Handlung

Dem sechsjährigen Cenk Yilmaz, Sohn des türkischstämmigen Ali und dessen deutscher Frau Gabi, stellt sich die Frage nach seiner Identität, als er in der Schule weder in die türkische noch in die deutsche Fußballmannschaft gewählt wird. Bei einer Familienfeier verkündet seine Großmutter Fatma die Einbürgerung in Deutschland, während Großvater Hüseyin erklärt, dass er ein Haus in der Türkei gekauft habe und mit der ganzen Familie dorthin fahren möchte. Cenks 22-jährige Cousine Canan ist von ihrem britischen Freund schwanger und hat die Familie noch nicht davon unterrichtet. Sie erzählt Cenk die Geschichte, wie der Großvater zu Zeiten des Arbeitskräftemangels in den 1960er-Jahren als 1.000.001. Gastarbeiter nach Deutschland kam, wie er seine Familie in das fremde Land nachholte, welche Träume und Vorurteile sie umtrieben und mit welchen Schwierigkeiten sie damals zu kämpfen hatten. Gemeinsam fliegt die Großfamilie in den Ferien in die Türkei und macht sich in einem Kleinbus auf den Weg nach Ostanatolien ins alte Heimatdorf, um das neu erstandene Haus zu besichtigen. Hüseyin errät Canans Schwangerschaft und reagiert verständnisvoll. Die Familie überlegt, wie man auf die Einladung an Hüseyin reagieren soll, auf einer offiziellen Dankveranstaltung für Gastarbeiter in Schloss Bellevue eine Rede zu halten. Als auf der weiteren Fahrt Hüseyin plötzlich stirbt, werden die anderen mit verschiedenen Problemen konfrontiert.

Hintergrund

Almanya ist nach Wer früher stirbt ist länger tot der zweite Kinofilm der 2001 neu formierten Münchner Produktionsfirma Roxy Film. Das Budget betrug etwa vier Millionen Euro. Etwa 50 Drehbuchversionen wurden bearbeitet. Die Autorinnen ließen dabei eigene Erlebnisse und Anekdoten aus dem Bekanntenkreis einfließen. Die Dreharbeiten fanden vom 8. Oktober bis 16. Dezember 2009 in Izmir und Umgebung (Türkei) und anschließend in München und Umgebung statt. In Schloss Schleißheim wurde ein Empfang bei deutschen Würdenträgern gedreht. Am Bahnhof Augsburg-Oberhausen entstanden mit 100 Statisten die Szenen der Ankunft in Deutschland im Jahr 1964. In München-Freimann an der Autobahn fand sich eine Siedlung, in der das Deutschland der 1960er-Jahre gezeigt werden konnte. Die Alte Kongresshalle der Messe München diente als Flughafen. Als filmisches Mittel um die Hilflosigkeit der Gastarbeiter zu zeigen sprechen die Deutschen in einigen Rückblenden unverständliches Kauderwelsch.

Veröffentlichung

Die Premiere im Wettbewerbsprogramm der Berlinale fand am 12. Februar 2011 in Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff im Berlinale Palast statt. Am 10. März startete der Film in 209 deutschen Kinos und erreichte am ersten Wochenende mit etwa 130.000 Besuchern als bester Neueinsteiger Platz fünf der Kinocharts.

Rezeption

Bei einer Präsentation durch den Verleih Concorde vor Fachpublikum während der Filmwoche München im Januar 2011 wurde Almanya ,,mit Begeisterung” aufgenommen. Noch vor der Premiere gelangte der Film in die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2011. Bei der Premiere während der Berlinale 2011 erhielt der Film begeisterten Applaus und ,,immer wieder Szenenapplaus und Lachen”. Die Präsentation im Hauptprogramm der Berlinale brachte dem Film große, auch internationale Medienaufmerksamkeit. Er wurde oft als gelungen beurteilt und erhielt Bezeichnungen wie ,,fröhlich bewegtes Integrationsmärchen”. Almanya leiste für das deutsch-türkische Verhältnis Ähnliches wie Alles auf Zucker! für das deutsch-jüdische und Good Bye, Lenin! für das ostdeutsch-westdeutsche Verhältnis.

Luitgard Koch von Programmkino.de schreibt in ihrer Kritik von einem ,,türkischdeutschen Kinohighlight”, einem ,,leichtfüßigen, aber doch gefühlvollen Porträt über Identität und Integration” und einer ,,wohldosierten Mixtur aus Komödie und Tragödie”. Der ,,Saga um eine Immigrantenfamilie” mangele es nicht ,,an Figuren mit Profil, einem überzeugendem Handlungsbogen und emotionalen Momenten”. Sie lobt die ,,unverbrauchte Spielfreude der Kinderdarsteller” und das überzeugende multikulturelle Schauspielensemble.

Auszeichnungen

Almanya – Willkommen in Deutschland ist für den Deutschen Filmpreis 2011 in den Kategorien Bester Film und Bestes Drehbuch nominiert. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat besonders wertvoll.

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